14 Tipps für mehr Konzentration im Studium

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Konzentration, bitte!

Foto: unsplash/Gaelle Marcel

14 Tipps für mehr Konzentration im Studium

Wer kennt es nicht: Eigentlich müsstest du gerade lernen. Wären da nur nicht das ständig blinkende Handy oder der unterschwellige Gedanke an das Referat, das du in drei Wochen halten musst. Vielleicht klappt es ja mit diesen Tipps, besser bei der Sache zu bleiben.

1. Analysiere dich

Der gute Vorsatz, konzentrierter zu arbeiten, wird nur ein Vorsatz bleiben, wenn du nicht weißt, wo dein Problem liegt. Deshalb: Mach dir die Mühe und analysiere eine Woche lang penibel deinen Studienalltag und deine Arbeitsweise. Wie lange bist du am Stück produktiv? Wofür brauchst du wie lange? Was lenkt dich ab? Wo verplemperst du Zeit? Hilfreich dafür sind Time-Tracking-Tools wie Toogl, Chrometa, QualityTime oder RescueTime. Natürlich kannst du dieses Tagebuch auch ganz oldschool auf Papier führen. Nur wichtig: Visualisieren! Unsere List mit den 10 besten Apps zum Zeitmanagement im Studium gibt’s hier!

2. Strukturiere deinen Stoff

Um nicht ins Blaue hinein zu arbeiten, solltest du dir Phasen, in denen Konzentration gefragt ist, im Vorfeld zum Beispiel wochenweise planen. Aber bitte nicht zu viel des Guten. Kein Mensch kann acht Stunden und sieben Tage am Stück produktiv sein. Besser sind Intervalle von zwei Stunden – und danach eine 15-minütige Pause. Die optische Stückelung des Stoffs hat auch eine psychologische Wirkung. Sie gibt dir das Gefühl, alles im Griff zu haben, lässt den Umfang nicht übermächtig erscheinen und macht sichtbar, was du schon alles geschafft hast. Überfordere dich dabei nicht, sondern setze dir erreichbare Ziele. Keine 200 Seiten lesen an einem Tag! Hilfreiche Apps, mit denen du Lerninhalten und sonstige To-dos eine zeitliche Struktur gibst, sind unter anderem StudySmarter, Any.Do und TimeTable++.

 3. „Eule“ oder „Lerche“?

Die Wissenschaft teilt uns Menschen in „Eulen“ und „Lerchen“ ein. „Eulen“ springen ohne Probleme früh aus den Federn, sind sofort leistungsfähig, kriegen am Abend aber keinen klaren Gedanken mehr zustande und pennen nach der zweiten Serienfolge ein. Ganz anders die „Lerchen“: Sie könnten problemlos bis mittags schlafen, kommen nur schwer in die Gänge, können jedoch ohne Gähnen auch nachts produktiv sein. Na, wer bist du?

Unsere innere Uhr regelt auch unsere Konzentrationsfähigkeit. Folge also – wenn möglich – deinem eigenen Rhythmus. Zwingende dich nicht, schon um 6 Uhr am Laptop zu sitzen oder auf Biegen und Brechen eine Nachtschicht einzulegen. Nutze deine Hochzeiten für schwierigen Lernstoff und verschiebe Dinge wie Recherchieren oder Wiederholen in Phasen, in denen bei dir naturgemäß die Konzentration langsam flöten geht.

 4. Abwechslung ja…

Natürlich gibt es verschiedene Lerntypen. Doch meist ist Monotonie Gift für die Konzentration. Deshalb achte darauf, etwas Abwechslung reinzubringen. Switche auch mal zwischen den Themen und kaue nicht drei Tage hintereinander dasselbe Buch durch. Probiere unterschiedliche Methoden aus: zeichne Mindmaps, mache ein Quiz mit Karteikarten, halte eine Mini-Präsentation, schau dir ein YouTube-Video zum Stoff an.

 5. …Multitasking nein

Obwohl diese Fähigkeit heutzutage nicht selten als erstrebenswertes Soft Skill angesehen wird: Vergiss es, funktioniert nicht. Unser Gehirn ist schlichtweg nicht in der Lage, mehrere komplexe Tätigkeiten gleichzeitig zu steuern. Harvard-Studenten sollten zu Beispiel in einer Studie Aufgaben parallel erledigen. Das Ergebnis: Ihre Konzentrationsspanne und Gedächtnisleistung sanken auf das Niveau von Kindern. Also lieber Finger weg vom Smartphone.

 6. Übe dich in digitalem Minimalismus

Wo wir auch schon beim Hauptthema wären, warum wir alle so unkonzentriert sind. So hart es klingt: Das Smartphone hat an deinem Arbeitsplatz nichts zu suchen und sollte nur in den Pausen in die Hand genommen werden. Verfrachte es am besten in ein anderes Zimmer. Oder setze es zumindest in den Flugmodus oder verwende App-Blocker. Ähnliches gilt für den Laptop. Verwende ihn nur, wenn du ihn auch wirklich gerade zum Studieren brauchst. Ansonsten wegpacken oder YouTube & Co. für eine bestimmte Zeit sperren. Bearbeite Mails nur zwei Mal am Tag und gibt Leuten, mit denen du sonst den ganzen Tag über chattest, Bescheid, dass du ab jetzt offline bist. Oder versuche es mit Intervalltraining: Konzentriere dich eine Zeit lang 20 Minuten auf eine Sache und rühre das Smartphone nicht an. Klappt das gut, verlängere um weitere zehn Minuten. Mit der Zeit wird es immer leichter. Denn eins ist leider Fakt: Nach jeder Unterbrechung des Workflows, und sei es nur ein schneller Instagram-Post, sinkt die Konzentration wieder auf null und es dauert, sie wieder aufzubauen.

 7. Sachlichkeit am Arbeitsplatz

Unterschätze nicht die Wirkung der Umgebung, in der du arbeitest. Also Pizzakarton und Pfandflaschen weg, Arbeitsplatz aufräumen, für genügend Tageslicht sorgen und einmal gut durchlüften. Textmarker, Bücher, Skripte – lege dir alles, was du brauchst griffbereit zurecht. Aber nicht mehr, denn Ordnung in deinem Lernbereich sorgt auch für Ordnung in deinem Kopf. Übrigens: Laut Feng Shui wirkt es konzentrationsfördernd, wenn du seitlich zum Fenster und niemals mit dem Rücken zur Tür sitzt.

 8. Wähle den für dich richtigen Lernort

Der Klassiker ist natürlich der heimische Schreibtisch. Doch in der eigenen Bude lauern Ablenkungen an jeder Ecke. Für Leute mit eher niedriger Konzentrationsspanne ist daher wohl die Bibliothek the place to be. Dort ist es leise und alle teilen das gleiche Schicksal. Bestimmte Lerneinheiten kann man aber auch getrost mal ins Lieblingscafé oder den Park verlegen. Das Bett zum Lernort umzufunktionieren, sollte man hingegen tunlichst vermeiden. Das ist zur Erholung und andere schöne Dinge da. BWL, Algebra oder Paragrafen haben hier nix zu suchen.

 9. Pflege Rituale

Rituale schaffen Struktur. Läute deine Lerntage bewusst ein, zum Beispiel mit einer kalten Dusche oder einer Joggingrunde. Jeden Mittag um 12 Uhr könntest du etwas einplanen, was dir guttut: Meditation, deinen Liebsten anrufen, eine Reise planen, ein leckeres Mittagessen kochen. Ist alles für den Tag geschafft, sollte du auch das bewusst zelebrieren: Bücher zu und außer Sichtweite packen, den Lieblingssong voll aufdrehen.

 10. Vermeide Grübeleien

Beziehung, Familie, Geld, Uni, Zukunft: Es gibt vieles, worüber man sich den Kopf zerbrechen kann. Und immer wieder mogelt sich so manch ernster (oder auch schöne) Gedanke in Phasen, die eigentlich unsere volle Aufmerksamkeit fordern. Vielleicht klingt es etwas komisch und esoterisch, aber für solche Situationen kann es helfen, sich eine „Gedanken-Zeit“ einzurichten. Schiebe Grübeleien dafür bewusst und sofort beiseite, notiere etwas dazu, falls nötig, und rufe sie ins Gedächtnis zurück, wenn du wieder Zeit hast. Zum Beispiel jeden Tag eine halbe Stunde nach getaner Arbeit.

 11. Versuche es mit Konzentrationsmusik  

Geeignet sind zum Beispiel binaurale Beats. Bei dieser Art von „Musik“ trifft Schall mit je leicht unterschiedlichen Frequenzen auf unsere beiden Ohren. So etwas wie eine akustische Täuschung also. Zum Beispiel 440 Hz links und 430 Hz rechts. Das Gehirn wird dadurch stimuliert und bildet aus diesen zwei Frequenzen einen Mittelwert, was Konzentration, Entspannung und Schlaf fördern soll. Binaurale Beats findest du unter anderem auf focus.fm.

Auf focusatwill.com gibt es zudem eigens für die Konzentrationssteigerung geschaffene Musik. Komponiert nach neurowissenschaftlichen Erkenntnissen. Wer schlecht mit Musik arbeiten kann, aber auch absolute Stille nicht erträgt, für den ist wohl weißes Rauschen das Richtige. Apps wie White Noise Lite oder Noisli liefern dir den monotonen Soundtrack fürs Lernen. Dort ebenfalls im Angebot: geloopte Spülmaschinen-, Fön- oder Zug-Geräusche.

 12. Gibt deinem Gehirn gute Nahrung

Damit dein Oberstübchen über einen längeren Zeitraum optimal funktioniert und mit Energie versorgt ist, solltest du auch darauf achten, was du dir in den Mund schiebst. Gut: viel Obst und Gemüse, Ballaststoffe, Omega-3-Fettsäuren und Eiweiß. Vor allem Nüsse, Beeren, Spinat, dunkle Schoki und Fisch gelten als Superfood fürs Hirn. Und natürlich auch reichlich Wasser oder Tee trinken. Nicht so gut: verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Fett und „leere“ Kohlehydrate wie in Weißbrot oder Nudeln. Aber hey, natürlich sollte sich niemand Pizza und die 1-Liter-Packung Schokoeis verbieten. Allerdings darf man sich dann auch nicht über das Suppenkoma wundern.

 13. Ohne Pausen geht nix

Pausen haben nichts mit Faulheit zu tun, sondern pusten die grauen Zellen durch und machen wieder aufnahmefähig. Natürlich kannst du dich stumpf vor Netflix knallen – laut Studien ist jedoch Bewegung weitaus besser für Konzentration und Gedächtnis. Also eine Runde um den Block gehen oder joggen, ein kleines Workout oder eine Yogasession machen. Selbst ein Nickerchen ist von der Konzentrationsforschung abgesegnet. Aber bitte Wecker stellen. Denn dauern die Pausen zu lange, wächst die Gefahr, sich nicht mehr aufraffen zu können.

 14. Wofür das Ganze?

Eine Hausarbeit über ein Thema zu schreiben, für das du brennst, wird dir leichter von Hand gehen, als für eine Prüfung zu lernen, deren Stoff dich nicht die Bohne interessiert. Reine Pflicht kann ein echter Konzentrationskiller sein. Versuche dir daher immer wieder, das große Ganze vor Augen zu halten: Auch das ödeste Seminar ist ein Teilschritt auf dem Weg zum Abschluss, zum Traumjob oder einfach nur zu entspannten Semesterferien. Vielleicht schreibst du dir deine kleinen oder großen Ziele auch auf ein Blatt Papier und hängst sie dir über den Schreibtisch. Ein Blick darauf hilft, fokussiert zu bleiben und in schwierigen Phasen die Arschbacken zusammenzukneifen.